PALOS DE LA FRONTERA

Die Ursprünge von Palos de la Frontera reichen bis in die Antike zurück: Die Gegend war bereits seit der Altsteinzeit besiedelt und wurde von verschiedenen Zivilisationen wie den Tartesern, den Römern und den Muslimen geprägt. Der Name leitet sich vom lateinischen Begriff „palus-paludi“ ab, was „Lagune“ bedeutet – in Anlehnung an die für die Region charakteristische natürliche Umgebung aus Marschland und Feuchtgebieten.

Die Stadt wird erstmals im Jahr 1322 urkundlich erwähnt, als König Alfons XI. ihr die Herrschaft verlieh und damit ihre territoriale Organisation im Mittelalter festigte. Später, nach der Reconquista, wurde ihr der Beiname „de la Frontera“ hinzugefügt, da sie in einem Grenzgebiet zwischen den christlichen Königreichen und dem Nasridenreich von Granada lag.

Im 15. Jahrhundert erlangte Palos de la Frontera dank seiner Rolle bei der Expansion über den Atlantik seine größte historische Bedeutung. Der Hafen von Palos spielte eine entscheidende Rolle bei den Vorbereitungen für die Expedition von Christoph Kolumbus, wobei das Kloster La Rábida sowie Persönlichkeiten wie die Brüder Pinzón, angesehene lokale Seefahrer, die das Vorhaben vorantrieben, maßgebliche Unterstützung leisteten.

Nach dieser Zeit verzeichnete der Ort aufgrund der Auswanderung in die Neue Welt einen erheblichen Bevölkerungsrückgang, woraufhin sich seine Wirtschaft hauptsächlich auf die Landwirtschaft ausrichtete.

Heute zeichnet sich Palos de la Frontera durch seine bedeutende landwirtschaftliche Produktion, insbesondere von Erdbeeren, sowie durch sein bedeutendes historisches Erbe aus der Kolumbus-Ära aus, was den Ort zu einem wichtigen kulturellen Reiseziel macht.

Palos de la Frontera 1 – Gañafote Cup
Palos de la Frontera 2 – Gañafote Cup

DIE GEMEINDE UND IHRE UMGEBUNG

Palos de la Frontera verfügt über einen Festkalender, der eng mit seiner Geschichte und seinen religiösen Traditionen verbunden ist und in dem das Engagement der Einwohner und die gesellige Atmosphäre das ganze Jahr über im Vordergrund stehen.

Eines der bedeutendsten Feste ist die Mittelalterliche Entdeckungsmesse, die um den 15. März herum stattfindet. In diesen Tagen lässt die Gemeinde die Rückkehr der Karavellen in den Hafen wiederaufleben und verwandelt ihre Straßen in einen historischen Markt mit Kunsthandwerk, Gastronomie und Aktivitäten, die im 15. Jahrhundert angesiedelt sind.

Im April finden die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Georg, des Schutzpatrons der Gemeinde, statt, mit religiösen Zeremonien, Prozessionen und Volksfesten, bei denen sich die Einwohner in festlicher Atmosphäre versammeln.

Der Monat Mai steht ganz im Zeichen der „Fiestas de la Cruz“, einer Tradition, bei der die Plätze der Gemeinde mit geschmückten Kreuzen geschmückt werden, begleitet von Musik, Tanz und nachbarschaftlichem Beisammensein.

Der Veranstaltungskalender gipfelt im August in der Wallfahrt und den Festen zu Ehren der Virgen de los Milagros, dem wichtigsten Fest der Gemeinde, bei dem Blumenopfer dargebracht werden und die Prozession der Schutzpatronin stattfindet – in einer Atmosphäre großer Frömmigkeit und unter großer Beteiligung der Bevölkerung.

 

Die Geschichte von Palos de la Frontera ist eng mit dem Meer verbunden, auch wenn sich der ehemalige Hafen heute im Landesinneren befindet. Diese Veränderung ist auf die Verformungen der Küstenlinie zurückzuführen, die durch Naturereignisse wie das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 und die anschließende Entwicklung der Umgebung verursacht wurden.

Eines seiner historischen Wahrzeichen ist „La Fontanilla“, ein Brunnen im Mudéjar-Stil, aus dem die Besatzungen von Christoph Kolumbus vor ihrer Abreise in die Neue Welt Wasser schöpften.

Die Gemeinde ist zudem mit bedeutenden Meilensteinen der Luftfahrtgeschichte verbunden, wie beispielsweise dem Start des Wasserflugzeugs „Plus Ultra“ im Jahr 1926, das den ersten erfolgreichen Transatlantikflug zwischen Europa und Amerika absolvierte.

Im Zentrum des Dorfes befindet sich das Museum „Casa Museo Martín Alonso Pinzón“, das mit einem der großen Seefahrer der Kolumbus-Expedition in Verbindung steht.

In der nahegelegenen Landschaft von La Rábida befindet sich der „Muelle de las Carabelas“ mit den Nachbildungen der „La Niña“, der „La Pinta“ und der „Santa María“ – einer der meistbesuchten Orte der Provinz.