BEAS

Die Geschichte von Beas reicht bis ins Mittelalter zurück, als das Gebiet nach der Reconquista im 13. Jahrhundert Teil der Krone von Kastilien wurde.

Im Jahr 1262 gliederte König Alfons X., der Weise, den Ort in den Zuständigkeitsbereich des Rates von Niebla ein und festigte damit dessen Organisation innerhalb der neuen christlichen Ordnung.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte die Gemeinde ihre städtische und religiöse Struktur weiter, wobei der Pfarrkirche San Bartolomé eine besondere Bedeutung zukam.

Diese Pfarrkirche, die zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert im gotisch-mudéjarischen Stil erbaut wurde, hat sich zu einem der wichtigsten Kulturgüter der Stadt entwickelt.

Heute ist Beas vor allem für seine berühmte „Belén Viviente“ bekannt, die von der Bruderschaft „Hermandad de los Clarines“ organisiert wird. Diese Weihnachtsaufführung hat große Bekanntheit erlangt und sich zu einem der bedeutendsten kulturellen Ereignisse der Gemeinde und der Provinz entwickelt.

Beas 1 – Gañafote Cup
Beas 2 – Gañafote Cup

DIE GEMEINDE UND IHRE UMGEBUNG

Beas verfügt über einen Festkalender, der tief in den religiösen Traditionen der Gemeinde verwurzelt ist und an dem die gesamte Gemeinde aktiv teilnimmt, wobei das Zusammenleben und die lokale Identität eine zentrale Rolle spielen.

Das bekannteste Fest ist die „Belén Viviente“ (lebende Krippe), die als eine der ältesten Andalusiens gilt. Sie wurde 1970 ins Leben gerufen und zählt zu den sieben Wundern der Provinz Huelva. Während der Weihnachtszeit stellen die Einwohner biblische Szenen und alte Handwerksberufe äußerst realistisch nach – in einer Inszenierung, die Menschen, Tiere und eine sorgfältig gestaltete Kulisse vereint.

Die Karwoche wird besonders intensiv begangen, wobei auch lebende biblische Figuren wie der Schutzengel, Maria Magdalena oder die drei Marien an den Prozessionen teilnehmen und diesen einen einzigartigen Charakter verleihen.

Im August finden die Patronatsfeste zu Ehren des Heiligen Bartholomäus statt, mit einer Prozession durch die Straßen der Gemeinde, begleitet von einer festlichen Atmosphäre, in der Sevillanas, lokale Spezialitäten und Weine aus der Region nicht fehlen dürfen.

Die Wallfahrt zu Santa María de España im Mai bringt Einheimische und Besucher in einer natürlichen Umgebung zusammen, die von Gemeinschaft und Frömmigkeit geprägt ist, während die Wallfahrt „Los Clarines“ Mitte August zu den wichtigsten Marienfesten des Sommers in der Region zählt und sich durch ihre festliche und mitreißende Atmosphäre auszeichnet.

Die Herkunft des Namens „Beas“ ist nicht ganz geklärt, obwohl einige Historiker auf eine mögliche Herkunft aus dem lateinischen Begriff „Veas“ hinweisen, der mit der Lage der Stadt als Kreuzungspunkt zusammenhängt.

Andere Theorien bringen den Namen mit dem Mozaraben Vea in Verbindung, in Anlehnung an eine „Vega“ oder ein fruchtbares Gebiet, das sich durch zahlreiche Obst- und Gemüsegärten auszeichnet.

Beas ist in der Provinz Huelva auch als „Hauptstadt des Olivenöls“ bekannt, dank seiner Produktion von nativem Olivenöl extra, einem Schlüsselprodukt für die Wirtschaft und Tradition der Stadt.

Dieses Produkt hat sogar eine eigene Messe, die dem „grünen Gold“ gewidmet ist und dessen Bedeutung für die Gemeinde unterstreicht.

Zu Weihnachten findet in Beas eine der bekanntesten lebenden Krippenspiele Andalusiens statt, bei der das ganze Dorf mitwirkt und biblische Szenen in einem eigens für diesen Anlass errichteten Gelände nachstellt.